3. Kulturreise ins Piemont im Januar 2026 -
Die Begegnungen aus einem Beziehungsideal gestalten, schafft eine Verbindung zwischen Menschen, die friedensförderlich wirkt
Meine Reise von der Schweiz ins Piemont begann am Freitag, den 23. Januar 2026, bereits um 4 Uhr in der Früh. Es war für mich eine sehr ruhige und kurzweilige Fahrt über den San Bernadino Pass über Milano in die Stadt Vercelli. Dort traf ich meine Kollegin Kathrin und meinen Kollegen David, die bereits am Abend vorher aus dem Trentino angereist waren. Wir arbeiten gemeinsam in der Forschungsküche Lundo an der Freien Hochschule für Spiritualität in Lundo.
Anreise von Altnau, Schweiz nach Vercelli Anreise von Lundo nach Vercelli
Der Schwerpunkt unserer Reise war, mit idealen Gedanken in Beziehung zu treten, um mit den Menschen in eine aufbauende Verbindung zu kommen. Wir hatten im Internet verschiedene Betriebe gefunden, die sich mit ihrem Ideal des biologischen Anbaus identifizierten.
Als Vorbereitung für die Begegnungen hatten wir uns drei Fragen zum jeweiligen Betrieb gestellt, die wir aus dem Ideal im 3. Teil des Jahresausblickes für 2026
von Heinz Grill gewählt haben:
«Die Anwendung der Dreigliederung im Jahr
2026»
"Als dritte Dimension erscheint das Produkt, das durchaus mehr ist als nur
das hergestellte Brot des Bäckers oder die servierte Speise des Restaurants.
Die gesamte Sphäre des Betriebes, die Qualität der Mitarbeiter und
die Kompetenz der Fertigkeiten nehmen ebenfalls diese physische Rolle an."
Der erste Betrieb, den wir besuchten, war ein biologischer Reisanbau. Wir schauten erst auf das Produkt, den Reis. Der Bauer hatte 3 verschiedenen Sorten im Verkauf. In seinem Verkaufsladen trafen wir auf die einzige Mitarbeiterin, Esther, die Mutter des Bauern und den Bauern selbst. Die Wahrnehmung der Personen wurde begleitet von den Fragen nach der Qualität der Mitarbeiter und ihre Kompetenz der Fertigkeiten. Während der Betriebsführung achteten wir auf die Sphäre, die wir im Betrieb erleben konnten. Es war für mich sehr interessant zu beobachten, wie ich mich aufgrund dieser Fragestellungen, leichter in einer objektiven Beobachtung erleben konnte. Im Verlauf unseres Besuches zeigte sich, wie der Bauer durch unser Interesse an seinem Produkt, seiner Arbeit und an seiner Fachkunde, immer lebendiger und detaillierter das Thema des biologischen Reisanbaus und dessen Vertriebes ausführte. Ein ausführlicheren fachlichen Bericht wurde von David verfasst, den er auf seiner Internetseite (hier klicken) veröffentlicht hat.
Bilder: Hofplatz - Laden - Verarbeitung - Saatgutlager - Traktorenhalle - Anbauland
Am Abend gingen wir in ein Agriturismo, ein Restaurant mit eigener Landwirtschaft, in der Stadt Alba. Das Gebäude war früher ein kleines Mönchkloster und hatte einen schönen Innenhof. Bei der telefonischen Reservierung erfuhren wir, dass es nur ein Menü gab. Es war ein italienisches 8-Gänge- Menü für 45 Euro. Eine kleinere und eventuell günstigere Variante des Menüs war nicht möglich. Hätten wir uns im Vorfeld nicht mit den drei Fragen zum Betrieb beschäftigt, wären wir nicht in dieses Restaurant gegangen.
Während der Auseinandersetzung mit dem Betrieb, stellten wir fest, wie wir aus unserem gewohnten Gefühl des Aufrechnens und des
Nutzwertes für uns, bestimmt wurden. Von diesem Gefühl ausgehend empfanden wir es alle 3 als sehr teuer.
Nach einer konkreten Vorstellungsbildung zu einem Agriturismo, wurde unser Bild objektiver. Es wurde uns bewusst, dass der Restaurantbetreiber gleichzeitig auch die Landwirtschaft unterhalten
muss. Er hat sowohl die landwirtschaftliche Arbeit zu leisten hat, als auch seine Mitarbeiter im Restaurant zu bezahlen hat. Nach und nach entstand eine Wertschätzung für diese Arbeit und für das
angebotene Menü als Produkt mit seinem Preis.
So gingen wir am Abend in das Restaurant. Unsere Erfahrung in diesem Betrieb war eine ganz besondere für mich. Wir wurden nicht, wie erwartet, freundlich begrüsst, sondern wortlos zu unserem
Tisch gewiesen. Als wir sagten, dass wir keinen Alkohol trinken, wurde uns kein alternatives Getränk angeboten. Der Kellner lief wortlos von unserem Tisch weg.
Die Sphäre im Restaurant war sehr kühl. Das Menü war durchgängig ohne Gewürze serviert. Es war nur der Käse, der bis auf ein Antipasti und den Nachtisch, eine Würze und eine Schwere in jedes
Gericht brachte.
Nachdem wir uns in der objektiven Wahrnehmung des Kellners und der Kellnerin übten, kamen wir nach und nach zu dem Eindruck, dass der Kellner der Sohn des Betriebes
ist und er offensichtlich keine Freude an der Arbeit als Kellner hat. Dies wurde später vom Vater bestätigt. Der Sohn sei mehr der Landwirt und nicht der Gastwirt. Es war David, der wiederholt
versuchte eine Verbindung zum Personal zu schaffen, um näheres über diesen Betrieb und seine Produkte zu erfahren. Es war nicht möglich mit dem Sohn in ein Gespräch zu kommen. Von der Kellnerin,
die die Cousine war, konnten wir erfahren, dass es ein Familienbetrieb ist und der Sohn im landwirtschaftlichen Teil des Betriebes einen Haselnussanbau führte. Die Mutter und der Vater waren die
Betreiber des Restaurants und sind die Köche.
Es war für jeden von uns ein Ringen, sich aus dem Gefühl der Empörung über das Verhalten des Personals und das mastige Essen für diesen hohen Preis herauszuheben. Dank der drei Fragen zur Sphäre
im Betrieb, zur Qualität der Mitarbeiter und Kompetenz der Fertigkeiten, entwickelten wir eine Empathie für die Familiensituation. Wir konnten am Ende eine Vorstellung des Fortschrittes für den
Sohn erbauen. Die Vorstellung ist, wie er sich aus der für uns immer deutlicher spürbaren Bindung an die italienisch typische Familientradition, mit einer mutigen Entscheidung für seinen Beruf,
herauslöst.
Dann geschah etwas für mich sehr Eindrückliches. Für die Bezahlung mussten wir das Restaurant verlassen und den Vater aus der Küche aufsuchen. David kam beim
Bezahlen mit dem Vater in ein sehr ausführliches Gespräch über den Betrieb in einem grossen Raum im Wohnhaus. Kathrin und ich wurden von der Mutter im Durchgang zum Wohnhaus freudig begrüsst. Sie
war sehr interessiert, wie uns das Menü geschmeckt hat. Wir stellten uns als Köchinnen einer Forschungsküche vor und Kathrin konnte auf fachkundige Weise der Mutter Rückmeldung geben. Kathrin
stellte der Mutter unsere Art des Kochens vor, wie wir die Möglichkeit des Würzen beim Kochen nutzen, um die Speisen anzuheben und bekömmlicher zu machen. Mein Eindruck war, als ob unsere
objektiven Auseinandersetzung mit der Familiensituation, die beziehungslose und schwere Stimmung im Restaurant verwandelt hatte. Wir waren sehr erfreut darüber, dass die Eltern so offen auf uns
zugegangen waren. Die Sphäre wurde für den Moment etwas angehoben und leichter erlebt.
Im Gegensatz dazu stelle man sich vor, wir hätten uns während des Essens nur geärgert und beschwert. Welch Sphäre hätten wir dann geschaffen und zurückgelassen? Welche Gedanken über den Sohn
hätten wir auf diesen geladen?
Am Abend haben wir jeweils die besuchten Betriebe nochmal bildhaft reflektiert und kamen mit den drei Fragen zu jedem Betrieb in eine lebendigere Verbindung. Es entstanden daraus auch Ideen für einen nächsten Fortschritt in ihrem Ideal.
Das Reisen in eine andere Kultur, mit Interesse an den Menschen und ihrem Betrieb, führte zu wertvollen Erfahrungen. Die neuen Verbindungen zum Reisbauer wird weiter gepflegt und wir werden im Herbst zur Reisernte wieder von ihm empfangen.
2. Kulturreise nach Rumänien im April 2025 - ein individueller Beitrag für den Frieden
Über die Möglichkeit mit einer Reise einen Beitrag zum Frieden leisten zu können, habe ich an der Freien Hochschule für Spiritualität in
Lundo, bei dem spirituellen Lehrer, Heinz Grill, kennengelernt. Von ihm habe ich gelernt, wie eine Begegnung für den Frieden wirken kann. Erste Erfahrungen habe ich bereits in meinem Artikel
unten über meine 1. Reise nach Rumänien beschrieben.
Nach meinem heutigen Verständnis, beginnt die friedensförderliche Arbeit, indem ich über ein gemeinsam gewähltes Thema mit anderen Menschen in Beziehung trete. Nach wiederholtem und regem
Austausch, ist meine Erfahrung, dass sich eine neue verbindende Beziehungsebene im Miteinander formt. Entsteht diese neue Form in ersten Ansätzen, ist es für mich ein Beitrag für den Frieden im
„Kleinen“.
Diese Erfahrung konnte ich im September 2024 mit den Kolleginnen und Kollegen in der Forschungs-küche der Hochschule machen. Wir bereiteten verschiedene Rezepte aus anderen Ländern zu. Es sind uns die Unterschiede in der Zubereitung und Komposition der Zutaten aufgefallen. Die Gegenseitige Wahrnehmung untereinander, zu den Nahrungsmitteln und den Gästen wirken sich auf die Qualität der heilsamen Kochkunst direkt aus. Teilweise konnte das eine oder andere Rezept mit Ideen aus der Forschungsküche erweitert werden und umgekehrt. Im Dezember 2024 wurde während der Künstlertage an der Hochschule, dann von uns einmal täglich ein internationales Gericht für die Gäste zubereitet. Dadurch wurde auch bei den Gästen Interesse zu der Kochkultur des jeweiligen Landes geweckt. Ein nächster Schritt ist dann individuell, wie der Einzelne sich dann mit der ausländischen Küche und dem Land in Beziehung bringt, damit eine neue Verbindung unter Menschen entstehen kann.
Hirse mit Ingwer, gedünsteter Mangold aus der Forschungsküche Lundo,
georgischer Bohneneintopf und ein Paprika-Chilli-Dip und
ein rumänischer Apfel-Haferauflauf
Meine persönliche Beziehung zu Rumänien und meine Vorstellung für Rumänien
Vor unserer ersten Reise im Januar 2025 in die Hauptstadt Bukarest, über die ich bereits in meinem früheren Artikel berichtet habe, war mir im Osten das Land Bulgarien näher als Rumänien. Meine Eltern lebten dort in den 1990er Jahren für 17 Jahre. Ich erlebte die Bulgaren damals als sehr warmherzige und gastfreundliche Menschen. Die bulgarische Küche ist, wie auch in rumänische Küche, herzhaft und beinhaltet viele Fleischgerichte. Auf unserer ersten Reise kam mir die rumänische Küche und auch die Mentalität sehr verwandt zu Bulgarien vor.
Auf unseren zweiten Reise nach Rumänien im April 2025, stand für uns mehr die politische Situation des Landes in der Mitte. Es waren die Präsidentschaftswahlen und im Besonderen die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Kanditaten Călin Georgescu. Seine Haltung, die er mit seinem hohen Ideal für die Unabhängigkeit das Landes und die Menschen einzusetzen wagte, waren für mich sehr eindrücklich.
Im November 2024 gewann Călin Georgescu die Wahl, allerdings
wurde diese im Dezember 2024 annulliert. Es wurde ihm Wahlbetrug vorgeworfen. Er wurde auch von den Neuwahlen im Mai 2025 ausgeschlossenen. Seine Person und sein Motiv kam auch Heinz Grill als ein förderliches Ideal für die Entwicklung Rumäniens
entgegen, sodass sich der Studienkurs "Geistiges Schauen" an der Hochschule Anfang April 2025 auch die Frage stellte:
Welche Wirkung haben diese Ereignisse auf die Entwicklung von Rumänien?
So begleitete unsere Reise dann auch eine seiner Aussagen, seinem Ideal, für Rumänien:
Călin Georgescus
„Wir wollen nicht von Ost und West bestimmt werden, wir wollen,
dass Rumänien zu einer eigenen Nation wird“
Während unserer Reise stellten wir uns der Aufgabe, herauszufinden, was für eine Wirksamkeit ein Mensch mit diesem hohen Ideal auf das Land hat. Vor allem wenn er trotz des starken Gegenwinds von Staat und Justiz, seinem Ideal treu bleibt.
Unsere Reise nach Rumänien
Mit diesen Gedanken und Vorstellungen zum Land und den Menschen, begann unsere Reise nach Cluj-Napoca am 08. April 2025. Bereits beim Hinflug kam ich unkompliziert mit einer Deutsch-Rumänin, namens Brigitte, ins Gespräch. Im Austausch über die Beziehungsverhältnisse zu den Nachbarländern, erfuhr ich, dass Brigitte in dieser nord-westlichen Region, die Ungarn nah ist, mit einem ungarischen Bergführer Wanderungen organisiert. Bei diesem Bergführer, sei es wie bei den meisten grenznahen Ungarn, dass sie eher eine Ablehnung gegen die Rumänen haben. Sie wollen, wenn, dann nur Deutsch-Rumänen begleiten, aber keine Rumänen. Brigitte ist jedoch stets bemüht, eine Verbindung zwischen dem ungarischen Bergführer und den Rumänen herzustellen, in dem sie trotzdem immer wieder mal Rumänen mit auf seine Bergtouren mitnimmt.
Auf die Frage nach ihrer Meinung über die politische Situation in Rumänien, meinte Brigitte, mache sie sich keine größeren Gedanken. Sie informiert sich darüber bei ihren Sohn und verlässt sich auf seinen Rat, auch bei den Wahlen. Sie wünscht sich eine vertrauenswürdige Regierung in der Zukunft. Auf keinen Fall will sie wieder in einer Diktatur, wie bei Nicolae Ceaușescu, leben müssen. Ihre Meinung über Călin Georgescu war sehr stark von den Medien beeinflusst und sie hat kein großes Vertrauen in ihn. Mein Interesse an Brigitte und ihrem Leben schien sie innerlich aufzurichten. Sie war sehr offen und freudig während des Gespräches.
In unserer Unterkunft, in der Region Siebenbürgen in der Stadt Turda, ca. 24km von Cluj-Napoca (Klausenburg) entfernt, lernten wir Marius und Michaela kennen.
Sie haben sich vor 25 Jahren entschieden, aus eigener Kraft ihre Vision eigenständig die «Wineyards Salin Turda» zu erschaffen. Sie leben vom biologischen Obstanbau und der Vermietung von
schön gestalteten Zimmern. Das Haupthaus liegt sehr schön auf einer Anhöhe, mit Blick auf die Stadt Turda und ein Weitblick bis in die Westkarpaten. Auf ihrem Grundstück dürfen auch Rehe, Fasane,
Füchse und Katzen ihren würdigen Lebensraum einnehmen. Trotz großer Zweifel der Freunde und Familien, dass ihre Idee realisierbar sei, blieben sie beide mutig ihrem Ideal treu. Es
gelang ihnen mit ihrer sozialen wertschätzenden Haltung zu den Mitarbeitern, ihren Traum zu realisieren und bis heute sehr ideenreich immer weiter auszugestalten. Auf unsere Frage nach den
Beziehungen zum kriegerischen Nachbarland Ukraine, sagte Michaela, dass sie auch für die ukrainischen Nachbarn immer offene Türen haben. Sie haben schon einigen, die auf der Flucht aus der
Ukraine waren, saisonale Arbeit und Unterkunft gegeben.
Eindrücke von der Unterkunft «Wineyards Salin
Turda» -
über die Obstanlage vom Anfahrtsweg zum Haupthaus - Blick vom Haupthaus auf die Stadt Turda und die Westkarpaten -
schön gestalteter Frühstücksraum mit traditionellem Frühstück
-
Auf der Anlage haben sie selbst harmonische gestaltete
Cubeförmige Gästeräume
mit Blick in den Sternenhimmel bei Nacht für die
Sommermonate
(Fotografinnen: C. Kraus, A.
Holstvoogdt)
Wie können wir uns dem Wirken der Person Călin Georgescu auf das Land weiter annähern?
Wir pflegten bereits am Morgen immer wieder die erarbeiteten Bilder vom Land und von Călin Georgescu mit seinem Ideal für das Land. Ein Kriterium, wie diese Vorstellungsarbeit auf das Land
wirkt, ist die Beobachtung der Lichtverhältnisse in der Natur. Für mich war es sehr eindrücklich, wie sich nach 2 Tagen der Blick auf die Stadt Turda und das umliegende Land in ein sehr klaren
Licht in der Atmosphäre kleidete. Beim Spaziergang von der Unterkunft in die Stadt, war das Gehen sehr leicht und es kam uns die Natur sehr differenziert in klaren Formen bei der Betrachtung
entgegen.
ein Blick von der Unterkunft auf die Stadt Turda
Die Eindrücke von der Atmosphäre wurden täglich lichtvoller. Auch in den Begegnungen mit den Landsleuten wurde es lebendiger und beziehungsfreudiger. Immer
begleitete uns dabei das Ideal für die Demokratie und auch die Aussagen von Călin Georgescu über das Land. Ich hatte den Eindruck, als geben diese Gedanken und Bilder sowohl uns als auch dem Land
und seinen Menschen einen neuen Impuls.
Wie eine durch unsere Aktivität geschaffene Substanzkraft, wenn wir mit Interesse am Land, Leuten und Leben unterwegs waren, schien für mich in den Begegnungen ein innerstes Aufrichten in
den Menschen wirksam zu sein. Ich pflege immer noch die Vorstellung, dass eine Kraft in ihnen selbst und für das Land und seine Unabhängigkeit auferstehen möchte.
Die Gestaltung der Begegnungen aus dem Ideal
Wir wollten die erbauende Wirkung aus dem Ideal für das Land in möglichst vielen Begegnungen studieren. So teilten wir uns auf, um möglichst viele Eindrücke von der
Kultur und den Einheimischen zu bekommen.
Es sind Kontakte zu einer Walddorfschule in Cluj-Napoca entstanden.
Die Wirtin des Gasthauses Slow Food in Turda freute sich über das Interesse an der rumänischen Küche.
In einer Bäckerei in Cluj-Napoca kamen wir in den Austausch über die Herstellung von Backfermentbrot, aus unserer heilsamen Forschungsküche in Lundo.
Bei einer Wanderung in den Vorläufern der Westkarpaten haben wir die Lichtverhältnisse in der Natur studiert und besonders farbintensive Eindrücke wahrgenommen, wie auf den Bildern (vor und nach der Lichtbetrachtung) sichtbar wurde.
Vor der Lichtbetrachtung von 10 Minuten ... nach der Lichtbetrachtung
(Fotografin: C. Kraus)
Sehr ähnliche Erfahrungen und Eindrücke, konnte ich mit der Veränderung der Lichtverhältnisse durch die Betrachtungsübung am nächsten Tag im Stadtpark von Cluj-Napoca machen:
Auch mit der Betrachtung der Architektur in Turda, Cluj-Napoca und in den Karpaten schien es, dass wir eine Wirkung hatten und sich die Licht- und Formkräfte aufgebaut haben.
... interessante Dachformen in Turda - ... und in Cluj-Napoca entdeckte ich Fensterformen und Turmelemente
... das Kloster mit Turm und
schönen Fenstern auf dem Weg nach Cluj-Napoca -
... und klare Dreiecksformen in den Karpaten
Mit diesen neuen Reiseerfahrungen nach Rumänien ist in mir ein großes Bedürfnis erwacht, jede Möglichkeit zu nutzen, jedem Land mit Interesse zu begegnen. Auch ist
der Wunsch groß, für das jeweilige Land, in dem ich mich gerade befinde, lichtvolle und friedensförderliche Kräfte zu erbauen. Deshalb habe ich mich entschieden, in Zukunft auch für
neuinteressiert Mitreisende Kulturreisen anzubieten. Bei diesen Reisen werde ich Ihnen, je nach Interesse, verschiedene Möglichkeiten vorstellen, wie friedensförderliche Kräfte geschaffen werden
können.
Bei Interesse können Sie mich jederzeit unter der email: [email protected] oder
telefonisch unter 0041 79 915 3317 kontaktieren.
Lichtbetrachtung am Strand von Constanta am Schwarzen Meer
Der Impuls für diese Reise, die für mich die Entdeckung einer neuen Reisekultur ist, liegt in einer sehr interessanten Anregung von Heinz Grill. Im Oktober 2024 regte er die Mitwirkenden der Forschungsküche an der Freien Hochschule für Spiritualität in Lundo, Italien an, sich mit den Kochkünsten verschiedener Nationen auseinanderzusetzen. Ich hatte mich entschieden, die osteuropäische Küche (Rumänien, Ukraine, Moldau und Georgien) kennenzulernen. Um Land und Leuten näher zu kommen, war neben den Rezepten, auch die Anschauung der politischen und wirtschaftlichen Lage, sowie der Traditionen ebenfalls sehr wertvoll. Das Motiv dieser Arbeit in der Forschungsküche war, dass wir während der Künstlertage an der Spirituellen Hochschule, vom 16. Dezember 2024 bis 01. Januar 2025, eine erste seelische Verbindung zu den verschiedenen Ländern erbauen und damit bereits einen friedensförderlichen Beitrag leisten können.
Wie ist das möglich?
Heinz Grill beschreibt in seiner Forschungsarbeit, dass eine wirkliche seelische Verbindung unter Menschen
dann entsteht, wenn der Einzelne zunächst mit Interesse in Beziehung zum Anderen oder zu einem Land tritt. Dies geschieht auf natürliche Weise, indem die Wahrnehmung von konkreten Fragen
begleitet ist. Wie zum Beispiel:
- Wo ist die geographische Lage des Landes?
- Welche Werte leben in der Kultur?
- Welche Unterschiede bestehen zur eigenen Kultur?
- Welche Bedeutung hat die Sprache?
- Wie ist die aktuelle Lebenssituation in der Gesellschaft?
Und interessant für die Forschungsküche ist noch die Frage: Welche Gerichte sind traditionell in diesem Land?
Mit diesen Fragen habe ich mich immer wacher im Interesse erlebt, mehr über die osteuropäischen Länder und die Leute zu erfahren. Freudig war das Erforschen und Kochen der verschiedenen
Gerichte und erlebbar erbauend, diese Gerichte den Gästen zu servieren und sie selbst auch zu essen. Diese Empfindungen sind für mich Kriterien, dass ein Aufbau von Lebenskräften gelungen ist.
Nach dieser Erfahrung ist es für mich auch sehr gut vorstellbar, dass sich mit dieser lebendigen Aktivität in der Seele, eine seelische Verbindung zu den Menschen in einem fernen Land erbaut. Des Weiteren hat sich für mich eine sehr hoffnungsvolle Perspektive, durch diese Anregungen von
Heinz Grill, eröffnet: Wenn ich in Zukunft eine Reise auf diese Weise gestalte, dann kann ich einen Beitrag mit einer friedensförderlichen Wirkung auf das Weltengeschehen leisten.
Wie haben wir die Reise gestaltet, um friedensförderlich zu wirken?
Wir waren 9 Frauen aus der Forschungsküche Lundo, die vom 07. Januar bis 12. Januar 2025 mit einem gemeinsamen Ziel nach Rumänien reisten. Wir wollten unsere Beziehung direkt im Land mit den
Leuten in der persönlichen Begegnung intensivieren und ihnen über die Kochkunst näher kommen. Um auf unserer Reise wirksam zu werden bedurfte es einer
konkreten Zielsetzung. Ausgehend von der seelisch-geistigen Entwicklung eines jeden Menschen, haben wir das Ideal für die Menschen in Rumänien gepflegt, sie in ihrer Individualität, dem
Selbstgefühl und Selbstwert zu stärken.
Um dieses Ziel mit einer aktiven Leistung umzusetzen, war unsere Vorstellung, dass wir in allem was wir tun, die Begegnungen bewusst gestalten und auf natürliche Weise in Beziehung treten werden. Wir haben uns vorgenommen, jede Begegnung idealer zu gestalten. Für eine kraftvolle Umsetzung unseres Zieles, bekamen wir von Heinz Grill folgenden Gedanken mit auf den Weg, aus dem wir die gesamte Reise gestalteten:
„Mit Bewusstsein in Beziehung treten, mit Bewusstsein gegenübertreten“
Unsere Reise war auch begleitet von der Wirksamkeit der seelischen Gesetzmässigkeit, dass der eigene Fortschritt, auch dem bereisten Land die Substanz für einen individuellen Fortschritt zur Verfügung stellt. Diese Gesetzmäßigkeit ist uns bereits aus der Forschungsarbeit von Heinz Grill bekannt und im Team innerhalb der Küche im Miteinander ein großes Anliegen. Aus diesen kraftvollen Gedanken strömte eine freudige Motivation aus, dass wir jede Möglichkeit nutzten und sie täglich in eine Umsetzung führten.
Jeder Tag begann mit der Pflege dieser Gedanken in einer Konzentration, sodass diese sich für den ganzen
Tag als sehr kraftvoll wirksam zeigte. Es waren sowohl innerhalb der Reisegruppe als auch in den Begegnungen mit den Rumänen in den Großstädten Bukarest und Constanta, sowie mit den Menschen auf
dem Land, ein leichtes und freudiges in Beziehung-Treten möglich. Die Erkraftung der Individualitäten zeigte sich für mich darin, dass innerhalb der Reisegruppe die persönlichen Wünsche,
Bedürfnisse und begrenzenden Gewohnheiten zurückweichen konnten.
Freudig gestalteten wir jeden Tag mit einer sehr klaren und aktiven Tagesstruktur. Für jede von uns war es möglich Fortschritte in der Asana-Praxis zu verzeichnen, sowie Beziehungen
untereinander und zur Umgebung erbauend zu gestalten. Es zeigte sich bei fast allen, wie das Zurücklassen unerwünschter Verhaltensmuster möglich wurde. Das freier Werden von unnötigen
persönlichen Eigenheiten konnten wir als positive Opfergabe erfahren. Es scheint sehr eindrücklich und erwähnenswert, dass diese Verwandlung nur gelingen konnte, da jede von uns zu Beginn der
Reise, ihre "Opfergabe" konkret benannt hatte. Dadurch war untereinander eine förderliche konstruktive Kritik und daraus ein bewusstes Grenzüberschreiten für die Einzelnen möglich.
Es konnte sich im Laufe dieser 4 Tage einiges individuell verwandeln: z.B. dass man das Gegenüber aussprechen lässt und an dessen Gedanken ansetzt oder beim Sprechen auf konkrete Formulierungen
achtet, sodass für das Gegenüber eine klare Vorstellung davon entstehen konnte, was man darstellen möchte.
Asana Praxis am Strand von Constanta am Schwarzen Meer
Eine sehr eindrückliche Erfahrung auf der Reise war, dass wir uns als Fremde in der Millionenstadt Bukarest, nicht fremd, sondern sehr aufgenommen fühlten. Es schien aufgrund unserer inneren Motive den Menschen leicht zu fallen, mit uns in Beziehung zu treten. Wir konnten im schönen Park um Lacul Herastrau (ein See in einem nördlichen Stadtteil von Bukarest) mit Patrick, einem professionellen SportCoach, einiges über Land und Leute, Politik und Wirtschaft erfahren. Am Abend auf der Suche nach einem Restaurant mit traditionellen Gerichten, trafen wir auf Alecsandra, die uns in perfektem Englisch sofort unterstützte, den richtigen Weg zum Restaurant "Old Kitchen" zu finden. Sie war sehr berührt von unserem Interesse für ihr Land und die traditionelle Küche. Sie sprach sehr offen über ihr persönliches Erleben des Kommunismus unter dem Ceaușescu-Regime und auch über ihre Angst, dass der Kommunismus wieder kommt. Sie hat grosse Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch den Beitritt in die EU. Beide haben sich einen Tag später per e-mail für das Interesse an ihnen und ihrem Land bedankt.
Begegnungen: mit Patrick im Park und mit Alexandra auf der Suche nach dem Restaurant "Old Kitchen"
Auch bei den verschiedenen Restaurantbesitzern erweckte unser Interesse am Land, den Menschen und ihrer Kochkultur Freude. Ich meine sogar ein inneres stolzes Aufrichten bei ihnen wahrgenommen zu haben. Wir kamen in einen lebendigen Austausch über die traditionelle rumänische Kochkunst. Sie schienen im Ehrgefühl berührt und freuten sich sehr über unsere Einladung in die Forschungsküche nach Italien zu kommen, um miteinander zu kochen und voneinander zu lernen.
Sehr aufmerksam bedient von der Restaurantbesitzerin in der "Old Kitchen", servierte sie uns die vegetarischen Gerichte, wie Polenta mit Ei und Schafskäse und den Bohneneintopf.
Während unseres Aufenthaltes in Rumänien konnten wir beobachten, wie unser gemeinsames Ziel aus den gegebenen Gedanken von Heinz Grill die Tage zu gestalten, in jedem von uns Kräfte freisetzte.
„Mit Bewusstsein in Beziehung treten, mit Bewusstsein gegenübertreten“
und
"der eigene Fortschritt, stellt auch im bereisten Land die Substanz für einen individuellen Fortschritt zur Verfügung"
Jede von uns konnte immer wieder mit Übersicht aufmerksam und bewusst im Miteinander, zu den Menschen im Land und zur Natur erbauend und beziehungsfreudig wirken. Mit dem täglichen Praktizieren von Yogaübungen, den Seelenübungen und den Lichtbetrachtungen konnten wir erlebbar die Lichtverhältnisse und die Atmosphäre anheben. Wir sind in der glücklichen Lage, dass an der Spirituellen Hochschule verschiedene Seelenübungen unterrichtet werden. Diese Übungen fördern die individuelle Entwicklung der Studierenden in ihrer Beziehungsfähigkeit. Ein Ziel der Seelenübungen ist, dass die Studierenden mit der Übung lernen, in eine objektive Beziehungsaufnahme zu einem Objekt zu treten. Die dafür notwendige Auseinandersetzung mit dem Objekt, wie hier mit den Ländern und deren Kochkünsten, und den erweiternden Forschungsfragen, lassen die Studierenden zum Schöpfer von formenden Lebenskräften werden. Gleichzeitig können sie auch lernen, geistig zu schauen, wie diese kosmischen Formkräfte am Objekt selbst wirken. Heinz Grill hat diese Übungen so ausgearbeitet, dass jeder Mensch diese Fähigkeit erlernen und im Leben umsetzen kann. Wie diese Übungen in den Alltag oder auf einer Reise wirksam werden, konnten wir auf unserer Reise mehrfach erproben. Diese Übungen finden Sie in dem Buch "Übungen für die Seele" von Heinz Grill beim Stephan Wunderlich Verlag.
Während unseres Besuches auf dem Wochenmarkt in Bukarest, haben wir für einige Zeit die Menschen im Verkauf in ihrem Umgang mit ihren Produkten und im Umgang mit ihren Kunden
beobachtet. Diese Beobachtung
haben wir mit folgenden Fragen begleitet:
- Wie stehen sie im Miteinander und zu ihren Produkten in Beziehung?
- Nehmen sie Blickkontakt zueinander auf und kommen sie in ein Gespräch oder bleiben sie ganz bei sich?
Nach ungefähr 10-15 Minuten konnten wir erleben, wie das Angebot sehr geordnet und farblich intensiver auf uns wirkte. Ich hatte den Eindruck, dass nach unserer Betrachtungsübung in der
Markthalle, eine ruhigere und verbindende Atmosphäre zwischen den Menschen und zu den Produkten entstanden war. Auch die Produkte kamen mir plastischer entgegen.
Auf den folgenden beiden Bildern kann ein weiterer Eindruck über die Wirkung von Seelenübungen entstehen. Achten Sie auf den Unterschied vor der Lichtbetrachtung von den 3 Waldzonen und der schneebedeckten Kuppel mit seinen Formen und Farben. Das linke Foto wurde vor der Lichtbetrachtung gemacht und das rechte Foto ist nach Abschluss der Übung von 10 Minuten. Nicht nur dass die Ebenen und die verschiedenen Bäume differenzierter erscheinen, sondern ich erlebte mich selbst nach der Übung an diesem Ort im Gesamten harmonischer im Gesamten eingeordnet.
Während der Wanderung durch den Wald in den Karpaten, veränderte sich die Lichtsphäre deutlich, nachdem wir einige Zeit mit der Seelenübung "Die Annäherung an die energetische seelische und
geistige Substanz von Begriffen" den Begriff "die Originalität“ erforschten. Auch die Formen und Farben in der direkten Umgebung am Waldweg, wurden plastischer und intensiver. Später ist mir auch
beim Blick vom Cantacuzino Castle auf die Karpaten ein sehr eindrücklich strahlendes Licht bei Sonnenuntergang aufgefallen.
Seit unserer Rückkehr pflege ich meine Beziehung zu Rumänien weiter. Ich beobachte die politische und
wirtschaftliche Situation weiter und erbaue und pflege folgendes Ideal in der Vorstellung:
Die Menschen werden in der Zukunft ihren eigenen individuellen Wert bewusst erkennen
und sich gegen jegliche Fremdbestimmung aufrichten.
Sie werden mutig, eigene hohe Ideale für sich und ihr Land denken.
Sie werden die hochwertige Qualität der vorhandenen Rohstoffe für ihr eigenes Land nutzen
und sie werden mit einer gesunden Ökologie und Ökonomie in ihrem Land,
zu einem wirtschaftlichen Gleichgewicht und zu förderlichen Beziehungen in anderen Ländern beitragen.
Für die Zukunft gedacht, lebt ein weiteres erhebendes Ideal in meiner Vorstellung: Es werden immer mehr
Mensch ihre Reise in andere Länder auf diese Art und Weise gestalten. So wird ihr Besuch in dem fremden Land friedensförderlich wirken und es können sich Nationen auf neue Weise verbinden. Dieser
Gesetzmässigkeit zu Folge, kann jede Begegnung so gestaltet werden, dass sie zu einem friedensförderlichen Beitrag für das Weltengeschehen wird.